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Book

Tropenliebe

by Bernhard C. SchÀr

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Description

Als die Basler Vettern Fritz und Paul Sarasin im FrĂŒhjahr 1893 zu einer großen Forschungsreise aufbrechen, sind sie bereits gut etablierte Wissenschaftler. Die Naturforscher schiffen sich nach Celebes, dem heutigen Sulawesi, ein. Sie werden mehrere Jahre bleiben, die Insel an verschiedenen Stellen durchqueren, Flora, Fauna und Bevölkerung kartieren, vermessen, katalogisieren. Der zeitgenössische Ruhm der Sarasin-Vetter basiert auf den Forschungsergebnissen und materiellen Sammlungen, die aus den Reisen hervorgehen und von denen der Großteil bis heute im Naturhistorische Museum in Basel verwahrt und gezeigt wird. Weniger bekannt sind andere Aspekte der Expeditionen: Fragen der Repression, die die Expeditionen im Gefolge hatten, die Koalitionen mit den kolonialen Machthabern vor Ort, der Interaktionen zwischen Forschern und 'Einheimischen' oder die Auswirkungen der Reisen auf die Reinterpretation der Schweizer Urgeschichte.^

Der Historiker Bernhard SchĂ€r hat sich auf die Spur der Sarasins gesetzt. Er folgt ihnen von Basel nach Celebes, untersucht ihre Forschungen und Beziehungen vor Ort und verfolgt dann ihren Weg zurĂŒck in die Schweiz. Das scheint zunĂ€chst eine konventionelle biographische Herangehensweise zu sein, aber was SchĂ€r aus dem Nachsetzen entwickelt, ist nicht nur ein erstaunliches Kapitel der seit einiger Zeit manifesten Kolonialgeschichte der kolonie-losen Schweiz und ein glĂ€nzendes StĂŒck postkolonialer Analyse, sondern zudem eine detaillierte Feldstudie globaler Verflechtungen und Verkopplungen. SchĂ€r selbst nennt die Studie einen "Beitrag zu einer sozialgeschichtlich informierten Globalgeschichtsschreibung von unten" (13). Das trifft es ganz gut, und reicht doch nicht fĂŒr die Reichweite der mĂ€andernden Fragestellungen und des vielfĂ€ltigen methodischen Zugriffs aus.^

Bereits die Mehrdeutigkeit des Titels "Tropenliebe" ist Programm: Zum einen kennzeichnet sie treffend die Faszination europĂ€ischer Forscher fĂŒr die tropische Fremde, zum anderen stellt SchĂ€r die GefĂŒhlswelt von zwei unzertrennlichen Freunden vor, denen die Forschungsreise in den SĂŒden auch Gelegenheit gibt, weit entfernt der baslerischen Konventionen ihre außergewöhnliche Beziehung oder "unaussprechlichen Liebe", wie SchĂ€r es treffend beschreibt, zu leben. Mit diesem außergewöhnlichen Aufschlag eröffnet sich der Blick auf ihre Forschungsreisen. Das Buch gliedert das Untersuchungsfeld zwischen Basel und Celebes in vier Teile: Im ersten Teil "Basel globalisieren" geht es zunĂ€chst um die Herkunft und biografischen HintergrĂŒnde der beiden Naturforscher inmitten des 'Teigs' des Basler BĂŒrgertums.--